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12. August 2019: Veranstaltung zum ehemaligen Diesterweg

Die Habitat-Unit der TU Berlin organisiert unter dem Titel „Alte Schule / Neue Schule“ eine Veranstaltung zum ehemaligen Diesterweg-Gymnasium. Anlass sind die Debatten zur Zukunft von ps wedding und einen möglichen Bildungscampus, aber auch das von Tom Holert kuratierte Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Bildungsschock“ am Haus der Kulturen der Welt.

mit: Tom Holert (HKW, Projekt Bildungsschock), Angela Million (Professur Städtebau, TU Berlin), Sabine Horlitz und Oliver Clemens (ps wedding), Viviane Schmitt (Olof-Palme-Zentrum), Jörg Ewald (SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 e.V.), Gregor Harbusch (Baunetz), Fee Kyriakopoulos (Stattbau Stadtentwicklungsgesellschaft mbH), Robert Burghardt (Stadt von unten) und anderen.

wann: Montag, 12. August 2019, Beginn: 18:30 Uhr
wo: Glaskiste ExRotaprint, Gottschedstr. 4, 13357 Berlin
mehr Infos hier.

 

12. Juni 2019: Erste Sitzung Runder Tisch – Blockadehaltung der Stadträte

Wie im letzten Post beschrieben, war das Vorbereitungstreffen zum Runden Tisch sehr konstruktiv. An diesem nahmen über 20 Politiker*innen der Landes- und Bezirksebene teil und es war die Bereitschaft vorhanden, im Rahmen des Runden Tisches zu einer Konsenslösung zu kommen. Frau Senatorin Lompscher hat diesbezüglich deutlich gemacht, dass dafür alle Parteien von Ihrer Maximalforderung abrücken müssen.

Leider verlief die erste Sitzung des Runden Tisches dann anders. Insbesondere die Stadträte Herr Gothe und Herr Spallek zeigten keinerlei Bereitschaft, von ihrer Position abzurücken, das ganze Grundstück müsse für eine neue Schule genutzt werden und sind damit hinter die Vereinbarungen der Vorbereitungsrunde zurückgegangen. Weiterhin wurde deutlich, dass die Stimmen aus dem Quartier, die alle das integrierte Campuskonzept befürworten, kein Gehör finden. Unser Eindruck war: Es geht mitnichten um den konkreten Ort oder darum, die beste Lösung für die Nachbarschaft zu finden.

Wenn es von einer Seite keine Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit gibt, wird ein Runder Tisch zwangsläufig zur Farce. Für den August sind zwei weitere Sitzungen geplant. Wir fordern, dass das der Runde Tisch als Instrument von allen Beteiligten ernst genommen und gemeinsam an einem integrierten Konzept gearbeitet wird.

 

23. Mai 2019: Runder Tisch beschlossen!

Am vergangenen Donnerstag gab es ein Treffen von über 20 Politikern und Politikerinnen von Bezirk und Land zu ps wedding und dem Grundstück des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums. Frau Senatorin Lompscher war ebenso dabei wie die schulpolitischen Sprecherinnen der Linken, Grünen und SPD auf Landesebene, die stadtpolitischen Sprecherinnen der Grünen und Linken auf Landesebene, Staatssekretär Herr Tietze, eine Vertreterin des LAF, Katja Niggemeier vom Quartiersmanagement, Baustadtrat Gothe sowie die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen und Linken der BVV.

Wir haben auf diesem Termin unser Campuskonzept vorgestellt. Anstelle des vom Bezirk geplanten Abrisses des alten Schulgebäudes zugunsten der Errichtung eines neuen Schulgebäudes in aktueller Typenbauweise sieht dieses, ausgehend vom bestehenden Schulgebäude, unter anderem die Verbindung von außerschulischem und schulischem Lernen vor. Genaueres zum Konzept findet Ihr in unserem letzten Post.

Das Treffen war insgesamt sehr konstruktiv. Im Ergebnis wurde die Einrichtung eines Runden Tisches beschlossen. Wir freuen uns sehr darüber und hoffen, dass es möglich sein wird, nicht eine Nutzung gegen eine andere auszuspielen, sondern zu einer Lösung zu kommen, die allen ihren Raum gibt.

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Unser Vorschlag: Campus statt Tabula Rasa

In den letzten Wochen haben wir – als Beitrag für einen möglichen Runden Tisch – einen Vorschlag für das Gelände des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums erarbeitet, der die verschiedenen, den Ort betreffenden Ansprüche zusammenbringt, statt sie gegeneinander auszuspielen. Anstelle des vom Bezirk geplanten Abrisses des alten Schulgebäudes zugunsten der Errichtung eines neuen Schulgebäudes in aktueller Typenbauweise schlagen wir eine Campuslösung vor, die vom Bestandsgebäude ausgeht.

Zentrale Ziele des Campuskonzepts sind die Verbesserung der Bildungssituation im Brunnenviertel sowie die Vermeidung einer ausschließenden Flächenkonkurrenz, indem die verschiedenen Nutzungswünsche – Schule, soziale außerschulische Nutzungen, Bibliothek und Nachbarschaftsräume, Sport und Wohnen – zusammengebracht werden können.

Zentral für dieses Konzept ist die Verbindung von außerschulischem und schulischem Lernen sowie eine große Nutzungsvielfalt und die Entwicklung eines Konzepts aufeinander abgestimmter Angebote. Im Gegensatz zu dem vom Bezirk favorisierten reinen Schulneubau, der angesichts der notwendigen Vorbereitungen und der in den nächsten Jahren bereits weitgehend ausgelasteten Planungs- und Baukapazitäten von Bezirk und Land, voraussichtlich erst in etwa zehn Jahren realisiert würde, könnte diese Campuslösung schon ab Herbst 2019 nach und nach umgesetzt werden.

Bereits jetzt gibt es im Brunnenviertel einen großen Bedarf an Räumen für soziale, nachbarschaftliche und kulturelle Aktivitäten sowie an Räumen und Flächen für Bewegung und Vereinssport. Diese dringenden Bedarfe aufgreifend planen wir eine schrittweise Wiederinbetriebnahme des Bestandsgebäudes. Diese würde mit der Sanierung der ehemaligen Bibliothek und Sporthalle beginnen und nach und nach mehr Raum für außerschulische Bildungs-, Lern- und Bewegungsangebote bereitstellen, für ein freiwilliges, ungezwungenes und schulergänzendes Lernen. Wird der geplante vier- bis sechszügige Schulneubau später errichtet, kann die Schule die Räumlichkeiten und Angebote – von der Sporthalle über die Bibliothek bis zu Medien- und Theaterräumen oder die Aula – mitnutzen. Die jeweiligen Bedarfe werden in einem koproduktiven und partizipativen Prozess laufend überprüft und angepasst.

Mehr zu unserem Vorschlag findet Ihr hier:

Download Tischvorlage 23. Mai 2019

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2. Mai 2019, 17-19 Uhr: Veranstaltung des Bezirksamts Mitte zum Diesterweg:

ps wedding braucht Eure Unterstützung,
Abriss des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums verhindern!

Zur Erinnerung: Im letzten Sommer befanden wir uns mit unserem Vorhaben zur Umnutzung des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums, zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und der Gründung eines Quartiers- und Nachbarschaftszentrums auf der Zielgeraden. Es gab erste Verhandlungen mit der BIM über einen langfristigen Erbbaurechtsvertrag.

Letzten Herbst hat der Bezirk Mitte alle Absprachen und Beschlüsse über den Haufen geworfen und votiert für den Abriss dieses für Berlin einzigartigen Gebäudes zugunsten eines Schulstandorts, auf fraglicher Zahlengrundlage (mehr Infos dazu weiter unten). Damit werden alle Beschlüsse der letzten Jahre bezüglich der Zu­kunft des Diesterweg-Gymnasiums negiert und über den Haufen geworfen. Wir halten das Verhalten des Bezirksamts für eine grundlegende Verletzung demokratischer Grundsätze. Ein solches Vorgehen widerspricht in jeder Beziehung dem von der Koalition formulierten Anspruch des guten Regierens.

Am 2. Mai wird es eine Veranstaltung des Bezirksamts Mitte zum Grundstück des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums geben. Dort wird vor allem die bezirkliche Schulentwicklungsplanung vorgestellt.

wann: 2. Mai, 17 – 19 Uhr
wo: Mensa der Heinrich-Seidel-Grundschule, Ramlerstraße 9/10, 13355 Berlin

Dabei wird es, nach jahrelanger gemeinsamer Planung zum Grundstück, nur zwei Sprecher geben: Die Stadträte Herr Spallek und Herr Gothe. Alle anderen sind Zaungäste. So sieht Partizipation in Berlin aus.

Bei der Debatte um ps wedding geht es um mehr als um ein Weddinger Einzelprojekt. Es geht um die Glaubwürdigkeit des Partizipationsversprechens und der Politik von Rot-Rot-Grün.

Wir fordern die Klärung der verfahrenen Situation mittels eines Runden Tisches auf Landesebene.

Die Stadt gehört uns allen und nicht der Politik oder Verwaltung.

Download Flyer

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Offene Briefe zur Unterstützung von ps wedding:

Zum Offenen Brief des Bündnis Junger Genossenschaften: Nachbarschaftsprojekt ps wedding wird zum Lackmustest für R2G und das Partizipationsversprechen!

Zum Offenen Brief Berliner stadtpolitischer Initiativen zur Unterstützung von ps wedding: Das trifft uns alle!

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Zur Fragwürdigkeit der bezirklichen Schulzahlen:

Im September 2018 hatte das Bezirksamt Mitte Zahlen zur Bedarfsentwicklung von Plätzen in Integrierte Sekundarschulen (ISS) in der BVV vorgestellt. Diese dienten als Rechtfertigung, den Abriss des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums zu beschließen. Als Datengrundlage dienten u.a. Senatszahlen der Berliner Schulbauoffensive vom April 2018. Schon damals waren die Zahlen veraltet und befanden sich nicht mehr auf der Homepage des Senats. Doch wir waren anscheinend die einzigen, die die Quelle überprüfen wollten.

Eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Katrin Schmidberger und Marianne Burkert-Eulitz (Grüne) bei der Senatsverwaltung für Bildung bezüglich der Schülerstatistiken bestätigt unsere Vermutung:

Die in der Schulbedarfsplanung des Bezirks Mitte vom September 2018 als Quelle genannten Daten sind fehlerhaft! Staatssekretär Herr Rackles schreibt dazu: „In der Ursprungsfassung von April 2018 war ein Berechnungsfehler enthalten. Dieser wurde in der Internetfassung der Bezirksübersichten gegenüber dem gedruckten Bericht im Juni korrigiert.“

Konkret heißt das, dass die erwarteten Schülerzahlen für die Integrierten Sekundarschulen (ISS) um 29 Prozentpunkte nach unten korrigiert wurden.

Während SenBildung in der fehlerhaften Modellrechnung vom April 2018 noch von einer Zunahme an Schüler*innen von 30% bis zum Jahr 2024/25 ausging, veranschlagt die korrigierte Modellrechnung vom Juni 2018 lediglich eine Zunahme von 1%. In Schülerzahlen heißt das: Im April wurde noch von einem Mehr an 1.641 Schüler*innen ausgegangen, im Juni waren es noch 31.

In dem aktuellen Senatsbericht Blickpunkt Schule von Februar 2019, auf dem in der Antwort auf die Anfrage auch verwiesen wird, ist der Modellrechnung zur Schülerzahlentwicklung der Sekundarstufe (S.22) zu entnehmen, dass in Bezug auf Mitte von einem Plus von 10%, also von ca. 1.000 Schülern bis 2028/29 ausgegangen wird. Das ist der Wert von Gymnasien und ISS zusammen. Allein die zwei schon in Planung befindlichen und 2025 fertigzustellenden ISS in Mitte können 1.200 Schülern Platz bieten. Unseres Wissens nach hat der Bezirk Mitte bisher nicht auf diese „neuen“ Zahlen reagiert.