Das Konzept

ps wedding plant ca. 350 Mietwohnungen und 3.200 m² für soziale, kulturelle und öffentliche Nutzungen. ps wedding ist als gemeinsames Projekt nicht-profitorientierter Träger mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft konzipiert.

In den letzten Jahren sind die Mieten in Berlin bei Neuverträgen sehr stark gestiegen. Insbesondere innerstädtischer Wohnraum wird für mehr und mehr Menschen nicht mehr bezahlbar. Neubauprojekte wie das am Mauerpark geplante richten sich an den gehobenen Mittelstand, bzw. sind – ohne staatliche Förderung – nach Angaben der Immobilienwirtschaft unter einer Kostenmiete von 10 Euro/qm nicht herstellbar. Angesichts dieser Entwicklung können sich gerade Sozialhilfebezieher und Geringverdienende ihren Wohnort immer weniger frei aussuchen und werden an die Ränder der Stadt gedrängt. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Räume, in denen jenseits von Profitdruck nichtkommerzielle kulturelle und soziale Nutzungen möglich sind, rapide ab. Doch gerade diese machen Berlins Attraktivität immer noch aus.

Mit unserem Projekt wollen wir in diesem Kontext neue Möglichkeiten nachhaltiger Quartiersentwicklung aufzeigen. ps wedding ist ein frei finanziertes, gemeinnütziges und multifunktionales Nachbarschaftsprojekt im Brunnenviertel, das den baulichen Bestand des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums zur Grundlage nimmt, ihn modifiziert und weiter entwickelt. Es verbindet die Herstellung bezahlbaren Wohnraums mit umfangreichen öffentlichen, kulturellen und sozialen Angeboten.

Konkret planen wir: 

Die Herstellung von ca. 300 kostengünstigen Mietwohnungen

Preisgünstige Wohnungen werden im Brunnenviertel rar. Wir planen die Herstellung von ca. 300 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe. Dazu werden die beiden Obergeschosse der ehemaligen Schule zu Wohnungen umgebaut und mehrere Neubauten auf dem großen Freigelände errichtet. Dabei ist eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungen, von der Einzimmerwohnung bis hin zu großen Wohngemeinschaften geplant. Ein Drittel der Wohnungen sind als Sozialwohnungen mit einer langfristigen Mietpreisbindung vorgesehen.

Die Gründung eines soziokulturellen Zentrums

Im Brunnenviertel gibt es einen großen Bedarf an kulturellen Angeboten, an Bildungseinrichtungen sowie an Räumen für nachbarschaftliche Aktivitäten. Aus diesem Grund soll das Erdgeschoss der ehemaligen Schule zu einem soziokulturellen Zentrum umgenutzt werden. Unser Vorhaben greift dabei Ideen des ursprünglichen offenen Schul- und Raumkonzepts auf und überführt diese in zeitgemäße öffentliche Nutzungen.

Dazu planen wir:

  • das ehemalige Schultheater für Theater, Kino und andere öffentliche Veranstaltungen umzugestalten
  • Räume für nachbarschaftliche Aktivitäten und Erwachsenenbildung, für Büro- und weitere kulturelle Nutzungen bereitzustellen
  • eine Kita für ca. 100 Kinder zu bauen
  • uns für den Erhalt der Kinder- und Jugendbibliothek einzusetzen und diese durch weitere Angebote von einer Medienwerkstatt bis zu Schülernachhilfe zu ergänzen
  • einen Community-Garten zu initiieren
  • wenn möglich die vorhandene Sporthalle zu erhalten und zu sanieren

Unterstützung des Bezirksamtes

Wir verhandeln seit drei Jahren mit dem Bezirk über dieses Gelände. Im März 2013 haben sich Bürgermeister Hanke und die Stadträte gemeinsam für die Umsetzung unseres Projekts ausgesprochen. Weitere unterstützende Anträge der BVV und des Stadtentwicklungsausschusses wurden einstimmig beschlossen (siehe Chronik).

Kooperationspartner

Derzeit sind wir mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft degewo zur gemeinsamen Entwicklung des Grundstücks in Verhandlung. Zudem kooperieren wir mit dem Mietshäusersyndikat und mit mehreren sozialen und kulturellen Trägern.

Um sicherzustellen, dass das Projekt auch den tatsächlich vorhandenen lokalen Bedürfnissen gerecht wird, sollen Menschen und Initiativen aus dem Quartier mithilfe einer Reihe thematischer Workshops in die laufende Planung einbezogen werden. Darüber hinaus soll das Vorhaben von einem aus fachlichen Experten und lokalen Akteuren bestehenden Beirat begleitet und beraten werden, an dem sich nach Fertigstellung des Projekts auch Mieter und Mieterinnen beteiligen können.

Diaschau: Zeichnungen Rochus Wiedemer

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